Shit will happen!

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

FILM. Der Parapsychothriller "The Mothman Prophecies" macht viel Trara um Trauerarbeit und Traumata. 

Das Schicksal sieht ein glückliches Paar und denkt sich: Auf euch hab ich gewartet", klagt ein Journalist (Richard Gere) bald nach Filmbeginn; seiner Frau wurde ein Tumor diagnostiziert. Drei Szenen später stirbt sie und hinterlässt ihm düstere Zeichnungen. Als "Engel" deutet ein Pfleger vielsagend ihr Gekritzel; es zeigt eine insektoide Gestalt, die an die Autoscheibe der Eheleute geklatscht war, als sie noch glücklich waren. Kurz zuvor hatten sie vor Freude über ihr neues Haus geschmust, unter einer Lampe samt ominös schwirrender Motte - Fingerzeige des Schicksals.

  Einst, als wir noch fromm waren, kündeten uns Engel als Medien des Jenseits von einer allumfassenden Ordnung, der die Vanitas unseres Daseins nicht gleichgültig war; heute bieten Spukgestalten des Mediums Kino den Service sinnträchtiger Kontingenzbewältigung. So inszenierte "The Sixth Sense" das ebenso schlichte


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