Schwarzer Sommer

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

FILM. Mit seinem stillen, präzis beobachteten Familiendrama "In the Bedroom" lässt Regiedebütant Todd Field den Schematismus des US-Gefühlskinos hinter sich. 

Die Sonne scheint immer in Camden/Maine. Sie scheint auf das blaue Meer, auf die grünen Hügel und die weißen Holzhäuschen, die sich an die Küste schmiegen. Sie lässt die polierten Holzoberflächen und das Familienporzellan in den Villen leuchten, sieht den zum Fang ausfahrenden Hummerfischern zu, den Grillfeste veranstaltenden Großfamilien oder den jungen Paaren, die verliebt durch Sommerwiesen laufen.

  Befänden wir uns in einem David-Lynch-Szenario, würde sicher bald jemand beim Rasenmähen ein abgeschnittenes Ohr finden. Doch der 38-jährige Schauspieler Todd Field ("Eyes Wide Shut", "The Haunting"), der mit "In the Bedroom" sein Regiedebüt vorlegt, bevorzugt Überraschungen der subtilen Sorte. Im ersten von drei Akten stellt er uns eine der Familien vor, die auf fast archetypische Weise für jenes Wertesystem stehen,


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