AUFGEBLÄTTERT

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 18/02 vom 01.05.2002

Zu einem Eintrag in die einschlägigen Literaturlexika hat es Alfred Bittner (1914-1989) nicht gebracht. Genau genommen konnte der Wiener Autor zu Lebzeiten nur einen einzigen Roman veröffentlichen. Einige Erzählungen sind wohl in Zeitschriften gedruckt worden. Der Großteil seiner Texte verstaubt vorerst ungelesen, fest verschnürt in irgendeinem Archiv. Allein deshalb verdient "Novotnys Mumie", nun erstmals in Buchform erschienen, eine gewisse Sympathie. Obwohl die Sprache ziemlich altbacken klingt und sich vor allem die Sexszenen wie verklemmte Altherrenwitzchen lesen, ist die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spielende Geschichte nicht uninteressant: Novotny, der neue Inhaber eines arisierten Chemiebetriebes, entdeckt ein Wundermittel, das Lebewesen augenblicklich erstarren lässt und in leblose Mumien verwandelt. Novotny vermutet, er hätte die "Geheimwaffe" für den sofortigen Endsieg gefunden. Durch einen unglücklichen Zufall aber wird er sein eigenes Opfer. Seine Mumifizierung


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