Husch pfusch, hack zack

Vorwort | FLORIAN KLENK | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

KOMMENTAR. Justizminister Böhmdorfer entdeckt den Jugendstrafvollzug, vertraut visionslosen Sparefrohs und setzt falsche Reformschritte. 

So was bekommt man nicht oft zu sehen. Als das Justizministerium vergangene Woche ein ORF-Team in den Jugendgerichtshof einlud, um die "elenden Haftbedingungen" vorzuführen, da wurden die Journalisten Zeugen eines skurrilen Schreiduells honoriger Vertreter der Justiz.

  Udo Jesionek, der kämpferische Präsident des Hauses, war von Böhmdorfers Beamten von der Presseaktion nicht informiert worden, ließ es sich aber nicht nehmen, vor laufender Kamera herbe Kritik an den Schließungsplänen zu üben. Als Jesionek daran erinnerte, dass der Jugendgerichtshof das letzte Mal von den Nazis geschlossen wurde (ein nicht sehr passender Vergleich), platzte dem für den Strafvollzug zuständigen Sektionschef Michael Neider der Kragen.

  Österreichs Justizpolitik: Es wird geschrien, gestritten, unterstellt und missverstanden. Böhmdorfer brüskiert Jesionek,


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