Böse Gewerkschaften

Vorwort | MARKUS MARTERBAUER | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

KOMMENTAR. In der deutschen Metallindustrie spitzt sich der Arbeitskampf zu. 

Die Aufregung ist groß. Der Arbeitgeberverband spricht vom Ende des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Wim Duisenberg, Chef der Europäischen Zentralbank, hat schon wieder Inflationsängste. So mancher Wirtschaftsforscher sieht eine Gefahr für den gerade erst beginnenden Konjunkturaufschwung, und der deutsche Kanzler Gerhard Schröder fürchtet um seine Wahlchancen. Der Grund: Die Industriegewerkschaft Metall hat in Deutschland hohe Lohnforderungen gestellt (+ 6,5 %), und nachdem Verhandlungen mit den Unternehmen gescheitert sind, wird nun in wichtigen Bereichen der deutschen Exportindustrie gestreikt.

  Wieder einmal sind die Gewerkschaften an allem schuld. Dabei - so suggerieren die Experten - wäre es so einfach. Die Arbeitnehmer sollten auf Lohnerhöhungen verzichten. Das würde den Rationalisierungsdruck abschwächen, dem Hochlohnland internationale Wettbewerbsfähigkeit verschaffen und den Unternehmen


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