Eine Stadt sieht rot

Politik | JULIA ORTNER und EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

SPÖ WIEN. Seit einem Jahr regiert Bürgermeister Michael Häupl die Stadt wieder mit absoluter Mehrheit. Er versprach, ein soziales Gegenmodell zur bösen, bösen schwarz-blauen Regierung zu entwerfen. Wie demütig war Häupl? Und lebt es sich gut im roten Wien? Bürger erzählen. 

Er hätte ausschlafen können. Den Tag genießen. Mit den Kollegen auf den Rathausplatz marschieren. Dann mit der Familie im Prater spazieren. Aber der 1. Mai ist für Herbert Klehr-Camondo ein Arbeitstag wie jeder andere. Also sitzt er in der Früh in seiner weinroten Uniform an einem grauen Holztisch in der Straßenbahnremise am Bahnhof Simmering, ärgert sich ein bisschen und sagt: "Es war ein Privileg, dass wir genossen haben. Es war ein Symbol für die Rechte der Arbeitnehmer, die jetzt immer mehr verschlechtert werden. Aber es hat eh keiner von uns damit gerechnet, dass das heuer wieder zurückgenommen wird."

  Vor fünf Jahren beschlossen Freiheitliche, Grüne und Liberale mit der ÖVP, die dafür den


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