WIENZEUG

Politik | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

Nazikunst am Gemeindebau. Auf einer städtischen Wohnanlage im 5. Bezik prangt seit der NS-Zeit ein Mosaik, das eine allzu deutsche Familie zeigt. Nur das Hakenkreuz wurde 1945 rausgeschlagen, sonst blieb das Machwerk unverändert. Ganz entfernen wollte Wohnbaustadtrat Werner Faymann die Nazipropaganda nun aber trotzdem nicht, um "an das Leid zu erinnern, das dadurch vor und hinter diesen Mauern verursacht wurde". Für die Umgestaltung des Wandbildes schrieb er einen Wettbewerb aus: Die Gewinnerin, die Künstlerin Ulrike Liebenbacher, präsentiert am Mittwoch ihr Konzept: Vor dem Mosaik wird in Zukunft eine Glasplatte hängen, auf der das Wort "Idylle" verkehrt herum steht.

Diskussion über Deserteure. Über 22.000 Todesurteile fällte die NS-Justiz zwischen 1938 und 1945 gegen "Fahnenflüchtige". Nur wenige haben überlebt. Anders als in Deutschland, wo Deserteure der Wehrmacht demnächst kollektiv rehabilitiert werden sollen, werden in Österreich überlebende "Fahnenflüchtige" bis heute


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