Die Drückeberger

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

JUBILÄUM. Von der Kommune zum UNHCR-Preisträger: 25 Jahre Wiener Wehrdienstverweigerer.

Die Schottengasse 3 war schon immer irgendwie suspekt. Von der Wand lächelt ein Kind auf einem Poster mit der Aufschrift "Wenn ich groß bin, werde ich Totalverweigerer", überall kleben "Kein Mensch ist illegal"-Pickerln und dann kugeln in der Altbauwohnung im vierten Stock noch alle möglichen Demo-Aufrufe und Flugblätter herum. Während im Erdgeschoß Gexi Tostmanns Dirndln auf Touristen warten, wird einige Stockwerke höher seit über einem Vierteljahrhundert so ziemlich alles, was in Österreich Tradition hat, infrage gestellt.

  Schon in den Sechzigerjahren wohnten in der Altbauwohnung neben der Freyung heerestaugliche Jungmänner, die den Dienst mit der Waffe verweigerten, in einer der ersten Kommunen Wiens. 1969 wurde von der Schottengasse sogar ein "Anti-Bundesheer-Volksbegehren" organisiert. Das Volksbegehren verlief zwar im Sand, da die gesammelten Unterschriften verloren gingen, 1977


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