SPIELPLAN

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

Der "Woyzeck" im Volkstheater gehört zu jenen Inszenierungen, die an einem vorbeirauschen, als ob nichts gewesen wäre. Das liegt unter anderem daran, dass Regisseur Alexander Kubelka keine überzeugende Form für eines der tollsten, traurigsten, aber auch schwierigsten Theaterfragmente findet. Vertraut man zu sehr der strengen und kühlen Mechanik der Büchner-Szenen, dann kommt eine leblose Spielbüchse heraus: Figuren wie Aufziehpuppen. Will man es ganz naturalistisch packen, dann wirkt die seltsam fremde Kunstsprache wie von einem anderen Stern. Kubelka tut vorerst gar nichts, er lässt den Text über lange Strecken einfach laufen und vertraut auf seine Schauspieler, die mal mehr, mal weniger überfordert wirken. Die kermitgrünen Froschkostüme der Soldaten suggerieren Spaß, der aber nicht kommt. Erst am Schluss, wenn Karl Markovics als Wasserleichen produzierender Frauenmörder wieder eine halbwegs gute Figur macht, erkennt man so etwas wie Regie. Zu spät: eine Inszenierung, so


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