TIER DER WOCHE: Avanti Popolo

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 19/02 vom 08.05.2002

Wenn im Frühling die Lufttemperatur endlich über zwanzig Grad steigt, dann kommen sie heraus. Nur besiedeln sie im Unterschied zu uns, die wir abends dann vor allem Gastgärten ansteuern, vor allem Laubbäume: die Maikäfer. In letzter Zeit waren sie schon eher selten zu sehen, und nur die Nachkriegsgeneration pflegte die Legenden hochzuhalten: von den Sammeleinsätzen der Schulkinder, die für jeden Eimer voll mit zappelnden Maikäfern einen Schilling bekamen. Nur alle sechzig Monate bekommt man erwachsene Maikäfer zu Gesicht, denn die Entwicklung der im Boden lebenden Engerlinge dauert fünf Jahre. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dürften die Massenflüge dieser Insekten wirklich beeindruckend gewesen sein: 1911 wurden beispielsweise im Gebiet der Rheinpfalz in einer Saison 22 Millionen Käfer gefangen, die in etwa 360.000 Kilo auf die Waage brachten. Obwohl die Maikäfer dann in großen Trauben an den Bäumen hingen, war der Schaden für die Forstwirtschaft bei weitem nicht so groß


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige