WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

WAS WAR: Mama gegen NPÖ-Führer

Wegen eines Zitats des Hitler-Stellvertreters Hess auf der Homepage der Nationaldemokratischen Partei Österreichs (NPÖ) ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Verdachts auf NS-Wiederbetätigung. Auch sein Parteilokal hat der 24-jährige Parteigründer nach nur einem Tag verloren. Als er am 20. April - Hitlers Geburtstag - zur Eröffnung auf die elterliche Hausfassade fett den Parteinamen schrieb, hatte er die Rechnung ohne seine Mutter gemacht. Das Parteilokal war nach wenigen Stunden wieder geschlossen, die Fassade ist wieder übermalt. Der Neopolitiker musste das "Hotel Mama" bis auf weiteres verlassen.

WAS KOMMT: Böhmdorfers Zensur

Justizminister Dieter Böhmdorfer erteilt dem Falter in Zukunft keine Erlaubnis mehr, mit Beamten der Justizverwaltung Interviews zu führen. Beamte des Justizministeriums werden angewiesen, mit dem Falter nicht mehr zu sprechen. Als Grund für das Rechercheverbot gibt Böhmdorfers Sprecher Gerald Waitz an, dass der Falter eine Beamtin der Jugendgerichtshilfe sowie den Justizminister selbst in einer Geschichte "falsch zitiert" hätte. Waitz zum Falter: "Mit Ihnen ist eine Zusammenarbeit nicht möglich. Wir kommen eh nur schlecht weg." Es ist das erste Mal, dass ein Regierungsmitglied den Beamten Gespräche mit einem Medium untersagt.

WAS FEHLT: Westenthalers Humor

Der Mann teilt gewöhnlich hart aus. Doch beim Einstecken hat Peter Westenthaler offenbar ein Glaskinn. Weil ihn profil am Cover als "Österreichs brutalsten Politiker" bezeichnete, will Westenthaler wegen "persönlichen Diffamierungen" klagen. Presseklagen sind bei Westenthaler nichts Ungewöhnliches. Vergangenes Jahr versicherte er, "rund 140 Klagen laufen zu haben". Den Falter hatte Westenthaler verklagt, weil ihm in einem Kommentar "faschistoide Rhetorik" attestiert wurde. Westenthaler hatte Kritik an der FPÖ mit Kritik an Österreich gleichgesetzt. Westenthalers Klage wurde in erster Instanz abgewiesen.


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