"Illusionen statt Visionen"

Politik | EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

BALKAN. Wolfgang Petritsch, Hoher Repräsentant in Bosnien, spricht zum Abschied vom Balkan über sein Leben als wohlmeinender Diktator, das wachsende Verständnis zwischen den Volksgruppen, seine Kindheit als Kärntner Slowene, Bill Clintons Leseliste und den dritten Weg der Sozialdemokratie, der auch den Extremisten den Weg ebnet.  

Wolfgang Petritsch hat keine Angst, dass ihm langweilig wird. "Fad wirds nur den Dummen", sagt er. So spannend wie in den vergangenen drei Jahren wird sein Leben aber auch nicht bleiben, denn "man kann eigentlich fast nichts mit dem vergleichen, was ich bisher gemacht habe". Der österreichische Diplomat war seit Juli 1999 Hoher Repräsentant der internationalen Staatengemeinschaft in Bosnien-Herzegowina. Er regierte über den lokalen Politikern - mit Befugnissen fast wie ein Diktator. Zuletzt setzte er gegen den Willen des Parlaments der Bosniakisch-Kroatischen Föderation eine neue Verfassung durch, die alle Volksgruppen - Serben, Kroaten, Bosniaken und


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