Die Kunst des Abschweifens

Medien | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

INTERNET. Im Internetforum "Höfliche Paparazzi" erzählen Menschen, so genannte "Pappen", von Zufallsbegegnungen mit Prominenten.

Die vielleicht beste Geschichte des Forums bleibt wohl die von einer gewissen Conchitta Dill. Ihre zufällige Prominentenbegegnung fand in London Mitte der Neunzigerjahre statt, in der Wohnung ihrer Schwester bzw. ihres Schwagers Dave Stewart, der in der Werbebranche arbeitet. Man sitzt beim Nachmittagstee, als es läutet. Ein eher verwahrloster Mann tritt ein: Er wolle wegen eines gemeinsamen Projekts mit Dave sprechen. Doch Dave ist noch nicht zu Hause, der Fremde wartet und plaudert mit den Frauen unter anderem über die Spice Girls, die ihm durchaus gefallen.

Der Erzählerin kommt der Gast irgendwie bekannt vor; ihr schwant Unglaubliches. Nach einer halben Stunde kehrt dann endlich Dave von der Arbeit heim - und begrüßt den Gast mit den entgeisterten Worten: "Wenn ich nicht sicher wäre, dass es nicht sein kann, würde ich denken, Sie wären Bob Dylan."


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