PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

Es war sicher nicht leicht, sich auf die Schnelle einen Reim auf die Ermordung des rechtsextremen holländischen Politikers Pim Fortuyn zu machen. Einen alten Hasen wie Wolf Martin bringt so was aber wahrscheinlich nicht aus der Ruhe. Der rührt ein paar seiner Lieblingsworte zusammen und heraus kommt: "Nichts hassen Tugendterroristen / so sehr wie rechte Populisten'. / Hat einer eigene Gedanken / und fordert für den Zuzug Schranken, / so schmähen Gutmenschen vereint / ihn als Rassist' und Fremdenfeind'. / Die heuchlerischen Selbstgerechten / verleumden, hetzen, höhnen, ächten. / Zwist und Gewalt ist's, was sie säen. / Nun ist der erste Mord geschehen ..." So weit, so erwartbar. Was man an Wolf Martin hat, merkt man aber erst, wenn man ausnahmsweise den anderen Krone-Poeten liest. Herbert Pirker dichtet nämlich nicht bösartig, sondern nur komplett daneben: "Kuaz und guad" ist kurz und absurd: "In Hollaund / hot ana an umbrocht / nua / weul a eam net passt hot / waun des a jeda mochat / waan da aan tot / und da aundan / sizzatn im Häfn / und wegn da Bevölkerungsexplosion / brauchat ma uns / kane Suagn mea mochn."


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