NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

KLASSIK

Murray Perahia: Bach Klavierkonzerte

Sony

Auch in der Klassik darf sich was bewegen, sogar beim heiligen Johann Sebastian. Schon letztes Jahr ließen Murray Perahia und die Academy of St. Martin in the Fields mit ihrer Neudeutung dreier Bach'scher Klavierkonzerte aufhorchen. Jetzt folgte der zweite Teil mit den Konzerten Nr. 3, 5, 6 und 7 - und der fiel wieder ungewohnt klangorientiert aus. Ungewohnt, weil nach wie vor die von Glenn Gould geprägte Konzentration auf den Sog der Polyphonie als Non plus ultra der Bach-Interpretation gilt. Das ist natürlich nicht falsch, aber eben auch nicht einzig richtig: Selbst wenn Perahias wunderschöne klangliche Differenzierung wenig Raum für die Faszination am komplexen Zusammenspiel der Stimmen lässt - Bachs Musik ermöglicht auch solche Orchester- und Klavierpracht.

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