Trauriges Turmblasen

Kultur | JERZY NÜCHTERN | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

POLNISCHER JAZZ. Der Trompeter Tomasz Stanko und sein jüngstes, ausschließlich mit Landsleuten eingespieltes Album werden in Warschau gefeiert. Demnächst ist er in Wien zu hören. 

Wer weiß, obs wahr ist - aber gemeinhin gilt der Pole ja als jemand, der zu einer schwarzgalligen Schwermut neigt, die sich auch durch regelmäßige Konsumation des Nationalgetränks (mit oder ohne Büffelgras) nicht nachhaltig vertreiben lässt. Der Erklärungen dafür gibt es viele: die polnische Geschichte, die polnische Seele, das polnische Essen. Der polnische Trompeter Tomasz Stanko, der selbst als ein Meistermelancholiker des europäischen Jazz gelten muss, meint, das polnische Licht sei dafür verantwortlich: "Es ist nie besonders hell, es ist ein melancholisches Land, vergleichbar mit den skandinavischen Ländern - vielleicht auch mit Großbritannien, ich weiß es nicht", meinte er in einem Interview mit dem Guardian. Das würde insofern ganz gut passen, als Stanko in den letzten Jahren auf seinen


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