Wo gehts hier zu Grotowski?

Kultur | ZBIGNIEW KRALICEK | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

POLNISCHES THEATER. Warschau her: Grzegorz Jarzyna ist der Star unter den jungen polnischen Regisseuren. Bei den Festwochen ist seine Bühnenversion des Dogma-Films "Das Fest" zu sehen. 

Der Raum ist weder besonders groß noch besonders schön. Nichts deutet darauf hin, dass innerhalb dieser unverputzten Ziegelmauern einst Theatergeschichte geschrieben wurde: In den Sechziger- und Siebzigerjahren hatte der polnische Regisseur Jerzy Grotowski (1933-1999) hier, in Wroclaw, sein "Laboratorium" eingerichtet, in dem er mit einer verschworenen Schauspielergruppe an seiner Vision eines "armen Theaters" arbeitete. Grotowski verzichtete auf Hilfsmittel wie Bühnenbild, Beleuchtung, Kostüme oder Schminke und konzentrierte sich ganz auf den Schauspieler, der in jahrelangem Training zur "totalen Hingabe" geführt werden sollte.

  Bis heute werden im Namen Grotowskis auf der ganzen Welt merkwürdig esoterische Schauspiel-Workshops veranstaltet; der Guru selbst kehrte Polen in den späten Siebzigerjahren


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