KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

Normalerweise fällt im Hauptraum der Secession durch vier gerasterte Scheibenfelder an der Decke das Licht auf die Kunst. Die Beleuchtung wirkt natürlich, und da der klassische White Cube keine Fenster besitzt, kann der Besucher das Wetter nicht überprüfen: Hier scheint immer die Sonne. Der ausgeleuchtete, jede Ablenkung vermeidende Kunstraum besitzt die beruhigende Aura einer Kapelle und wiederholt beständig: "Hier geht es nur um dich und die Kunst!" In der aktuellen Ausstellung der türkischen Künstlerin Ayse Erkmen bleibt der Secessionssaal vollkommen leer. Stattdessen ziehen gerade die sonst so selbstverständlich hingenommenen Lichtverhältnisse die Aufmerksamkeit auf sich: Über die mittleren Scheiben streifen zwei Lichtbalken; außerdem hört man Motorengeräusche, was dem Ambiente eine kühle, technoide Atmosphäre verleiht. Ein bisschen fühlt man sich wie im Inneren einer Maschine - etwa im Bauch eines Kopierers. Die Seitenbereiche des Raumes will Erkmen als eine Art Kino


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