Auf Lurchjagd

JULIA ORTNER | Kultur | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

KUNST. Vom Künstler im Elfenbeinturm hält Michael Lobgesang wenig: Der Dornbirner will Kunst zum Anfassen machen. Beim Festival "Soho in Ottakring" konfrontiert er die Betrachter mit der Vergänglichkeit: mit einem Lagerraum voller Lurch. 

Man könne sich gar nicht vorstellen, wie schwer es sei, zu einem anständigen Lurch zu kommen, wenn man ihn brauche, sagt Michael Lobgesang. Er hat schon diverse Leute angesprochen, ihm doch ihre Staubsaugersäcke abzutreten. Aber interessant. "Die Leute trennen sich nur ungern von ihrem Lurch - als wenn sie fürchten würden, dass man in ihrem Staub intime Dinge findet", erzählt der 34-jährige Dornbirner, der schon seit 16 Jahren in Wien lebt. Trotzdem sucht er unverdrossen nach Hausstaub, einem wesentlichen Bestandteil seines aktuellen Projekts.

  Der Absolvent der Akademie der bildenden Künste ist einer der Kreativen, die beim Kunstfestival "Soho in Ottakring" Geschäftslokale, Ateliers und leere Geschäfte rund um den Brunnenmarkt mit Kunst

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