Stadtrand: to go or not to go?

Stadtleben | aus FALTER 20/02 vom 15.05.2002

Starbucks hat den Kaffee nicht neu erfunden. Wirklich nicht. Und zuerst da war das globale "Coffee House" mit Stammsitz Seattle auch nicht. Zuerst gab es nämlich ein paar Klone: Der Kaffee bekam im Teegeschäft ebenso Beine wie in pseudoitalienischen Cafeterias, beim Anker oder bei den Starbucks-Nachmachern von der Coffeeshop Company. Kaffee wurde überall ähnlich gemahlen, gebrüht, in Pappbecher gefüllt und zugedeckelt. Denn erst beim Nuckeln am Schnabeltassendeckel kommt die richtige Stimmung auf. Und das Seattle-Gefühl in die Stadt. Was die Kaffeeklone nicht bei Starbucks kopierten, war der Preis: Der war so lange okay, bis Starbucks sich in Wien tatsächlich niederließ. Und plötzlich wird der Gehkaffee teuer. Starbucks-teuer. Bis zu ein Euro mehr muss plötzlich für den Koffein-Shot in Pappe bezahlt werden. Einzig bei Tchibo macht mans besser: Der Kaffee schmeckt, und der Preis stimmt noch. Bei all der Konkurrenz wäre das jetzt die Chance der alteingesessenen Kaffeesieder, endlich wieder Steh- und Gehkaffee anzubieten. Günstiger. So wie in den Fünfzigerjahren. Voraussetzung wäre aber, dass der Kaffeehauskaffee nicht nur - wie hierzustadt halt leider die Regel - zum Davonlaufen ist, sondern wirklich auch lecker "to go". C. W.


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