FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

Ein echt armer Kerl, dieser Alex Krause. So ein breitenwirksamer junger Mann, unprätentiös und freundlich, ein echter Österreicherliebling. Blöd nur, dass der Mann keine Chance bekommt, sein Talent in einer anständigen Show zu zeigen. Nein, er wird in jenseitigen Formaten verheizt: Ich sage nur: "Moneymaker", grün schillernde Sakkos, gierig nach Geld grapschende Omas. Als ob diese, nennen wir es einmal Show, nicht schon peinlich genug wäre, muss Krause jetzt auch noch in "Europlay" den Volksaufklärer spielen. Was kostet eine Nagelfeile? Wie viel eine Videokamera? Der einfache Bürger darf täglich vor der "ZiB" via Telefon drei Euro-Produktpreise raten. Zusätzlicher Nervenkitzel: Ein Promi rät mit. Da muss zum Beispiel Josef Broukal, ORF-Frontmann, eine Minute über Schulden smalltalken und gute Miene zum blöden Spiel machen. Oder Klaus-Jürgen-Sohn Sascha Wussow darf raten, wie viel ein ordinäres Joghurt kostet - was er nicht weiß, die Hausfrau in der Leitung schon. Dafür kann Wussow seine Ausstellung in Hernals promoten, Fotoübermalungen, Krause muss dem Arnulf Rainer für Arme freundlich zuhören. Gibt es denn kein Erbarmen für Alex Krause?


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