"Ein Raffael ohne Hände"

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

LITERATUR. Seit genau einem Vierteljahrhundert betreibt Axel Matthes den Verlag Matthes & Seitz. In Ostberlin mit Marx und Engels aufgewachsen, entdeckte er später Adorno und Benjamin, verlegte im eigenen Verlag unter anderen de Sade, Artaud und Bataille. Ein Porträt des 66-jährigen Verlegers. 

Seine Karriere als Bücherjunkie reicht weit zurück. Vor genau 55 Jahren, im Mai 1945, wurde dem Flüchtlingskind zu seinem neunten Geburtstag eine einbändige, für Kinder bearbeitete Ausgabe von "Tausendundeiner Nacht" geschenkt. Das einzige Präsent, das der kleine Axel Matthes damals erhielt, entfaltete nachhaltige Suchtwirkungen: "Seitdem bin ich nicht nur leidenschaftlicher Leser, sondern auch Sammler. Ich habe mein ganzes Taschengeld immer in Bücher umgesetzt. Bücher sind für mich eine Art Rauschgift."

  Die vergangenen Jahrzehnte hat der mittlerweile 66-Jährige damit verbracht, selbst bibliophile Suchtmittel herzustellen und zu verbreiten: Was er in seinem Einmannverlag Matthes


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