Leuchtende Finsternis

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

FILM. Hongkong-Kino einmal anders: "Lan Yu", Stanley Kwans kühles Melodram über eine komplizierte Liebe zwischen zwei Männern vor dem Hintergrund der chinesischen Demokratiebewegung. 

Schauplatz ist das Beijing der späten Achtziger. Für einen Tausender kauft sich Chen Handong, der angesehene Geschäftsmann, eine Nacht mit Lan Yu, einem noch unerfahrenen Architekturstudenten vom Lande. Eine ganz einfache Geschichte eigentlich: boy meets boy, nur dass es dabei nicht bleibt. Sie verlieben sich.

  "Lan Yu" ist ein kühles, klassisches Melodram, und Stanley Kwan, sein Regisseur, einer der wenigen Filmemacher in Hongkong, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen. Kwans frühe Arbeiten, darunter seine zwei auch hierzulande bekannten Meisterwerke "The Actress" (1992) und "Red Rose, White Rose" (1994), trugen ihm den Ruf eines Frauenregisseurs vom Rang eines George Cukor oder Douglas Sirk ein; seit seinem Outing (mit der Dokumentation "Yang ± Yin: Gender in Chinese Cinema", 1996) spürt


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