Bär im Öl

Kultur | MATTHIAS DUSINI  | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

KUNST. Der kalifornische Künstler Richard Jackson kommentiert in zwei Ausstellungen das Schicksal der Malerei. 

Das Bild über der Treppe in der Bawag-Foundation ist Programm: Die eine Hälfte zeigt eine im Stil des abstrakten Expressionismus angefertigte Malerei, auf die andere pinselte der 62-jährige kalifornische Künstler Richard Jackson ein Fragezeichen: Malerei, was nun?

  Anders als so mancher Kollege, der die Lösung dieser Frage in der Malerei selbst zu finden glaubt, verfällt Jackson nicht in grüblerische Selbstbezüglichkeit. Vielmehr wildert er in jenem Bereich, von dem sich die Theoretiker der abstrakten Malerei im Nachkriegsamerika einst mit Entsetzen abwandten: in der Kitschwelt der Plastikbären oder Schwarzwälder Kuckucksuhren. Durch all dies floss reichlich Farbe: In wochenlanger Tag- und Nachtarbeit baute Jackson - zuerst in der Bawag-Foundation und dann in der Galerie Senn - aufwendige Installationen, die offenkundig nur einen Sinn haben: Farben zu vergießen.


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