Stadtrand: Globalaugenschein

Stadtleben | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

Zurzeit stehen Aktivisten von Global 2000 vor Wiener Supermärkten und versuchen, deren Kundschaft über das "Gift in unserem Essen" aufzuklären. Anhand von Grafiken wird gezeigt, in welchem Supermarkt bei - übrigens nicht repräsentativen - Tests besonders viel Pestizidrückstände im Gemüse gefunden wurde (Global 2000: Billa) und in welchem Supermarkt auffallend wenig Gift in Paradeisern und Salaten zu finden war (Global 2000: Hofer). Vor allem aber fordert man die Umsetzung eines Programms zur PestizidReduktion in ganz Österreich, strengere Lebensmittelkontrollen und drastische Konsequenzen für Pestizidsünder. Und bittet zur Unterschrift. Allein: Die Aktivisten sind mit ihren Info-Ständchen vor den Supermärkten ziemlich unauffällig. Unterschreiben? Wozu? Hilfe! Die meisten Leute versuchen, den Global Zweitausendern eher aus dem Weg zu gehen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Schließlich schicken solche Organisationen normalerweise keine aufklärenden und engagierten Aktivisten auf die Straße, sondern knallharte Keiler, die mit dem Umwelt-(Kinder-, Tiere-) Schmäh nur versuchen, Mitgliedschaften zu verkaufen, und mit der Frage "Hast du zwei Minuten Zeit für den Umweltschutz?" eigentlich meinen: "Zahlst du mir meine Keilerprovision?" C. W.


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