Männer in Orange

JULIA ORTNER und WOLFGANG PATERNO | Stadtleben | aus FALTER 21/02 vom 22.05.2002

MÜLL. Die Wiener mögen ihre saubere Stadt, ihre entleerten Mülltonnen. Die Mistkübler selbst sind manchen aber ein Dorn im Auge. Und jetzt wird die Müllabfuhr auch noch um ein Viertel teurer. Wer sind die Männer, die sich täglich mit dem Dreck der Stadt herumplagen? 

Hier hat der Müll einen Ehrenplatz. In der kleinen Kammer mit den zugezogenen Rollläden hängt gerade über dem Mistkübel das Kalenderblatt mit der barbusigen Frau, die, gerade dem Meer entstiegen, fröhlich in den Raum lächelte. Graue Metallspinde stehen dicht gedrängt nebeneinander, Arbeitskleidung, schrumpelige Arbeitshandschuhe, ein oft und oft aufgewischter PVC-Boden. Öde Arbeitsplatzatmosphäre. Dann diese eine schwarze Mülltonne, darüber, nicht zu übersehen, diese eine Frau. Hier arbeiten ausschließlich Männer.

  Gleich sechs Männer kümmern sich um die schwarze Mülltonne. Es ist 6.13 Uhr, eine penetrant muntere Stimme kräht aus dem Radio "Es ist 6.13 Uhr, Guten Morgen, Österreich", als Armin

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