VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 22/02 vom 29.05.2002

... machten sich "r. r." und "d. k." Gedanken über "die Unmoral, ein Haus zu besetzen, und die Moral, ein Haus zu besitzen".

Seit einem halben Jahr gibt es intensive Bestrebungen von Frauen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Problematik des Strafvollzuges, insbesondere die Haftbedingungen der Frauen in der Schwarzau, öffentlich zu machen.

  Durch einen Salmonellenskandal in der Küche der Häftlinge kam die Sache ins Rollen. Die Häftlingsküche war verseucht, die Beamtenküche dagegen (unterschiedliche hygienische Vorsorgungen?) nicht. Mehrere Insassinnen beschlossen einen Hungerstreik. Damit war ein Anfang für solidarisches und initiatives Auftreten gemacht. Heute sind diese Frauen größtenteils entlassen, haben eine Basisgruppe gebildet und setzen sich weiter für den Widerstand der Frauen drinnen ein. Andere, die mit der Problematik des Strafvollzuges (Angehörige oder von Berufs wegen) sehr wohl vertraut sind, haben sich der Gruppe "Arbeitskreis Schwarzau" angeschlossen.

  Eine andere Gruppe, die Initiativgruppe, hat das Haus in der Taborstraße 23 besetzt. Die Besetzung war in Kürze beendet.

  Die Hausbesetzerinnen wurden abgeführt und zu je circa 2000 Schilling Verwaltungsstrafe verurteilt.

  Der Hausbesetzung sind jahrelange Bestrebungen, auch für Frauen eine Anlaufstelle oder ein Haus für Haftentlassene ins Leben zu rufen, vorangegangen. Zwei Sozialarbeiterinnen gelang es, eine Zusage der finanziellen Unterstützung zu bekommen. Das zugesagte Budget wurde aber laufend gekürzt beziehungsweise umgewidmet, bis die Durchführung unmöglich wurde.


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