Die Spielverderber

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 22/02 vom 29.05.2002

THEATER. Keine Festwochen ohne Forced Entertainment: Die Witze des englischen Künstlerkollektivs sind vor allem deshalb so gut, weil sie so gnadenlos misslingen. 

Acht Darsteller stehen an der Bühnenrampe und starren ins Publikum. Ihre Kostüme sind schäbig, ihr penetrantes Lächeln würde ein Engländer treffend als "deadly" beschreiben, und obwohl noch kein Wort gefallen ist, wirkt alles ein bisschen zu laut. Ein Schauspieler, der gerade noch von einem Kollegen in den Würgegriff genommen wurde, meint jetzt freundlich: "Welcome to a lovely show." Keine Frage, alles kann nur noch schlimmer werden. Die jüngste Produktion der Gruppe Forced Entertainment wirkt, als wäre Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung" (1965) von einem DJ sehr frei remixed worden. "First Night" besitzt einen ausgeprägten Sinn für Peinlichkeit und weiß, dass Witze vor allem dann richtig gut sind, wenn sie gnadenlos danebengehen.

  "Diese Show leidet an einem Tourette-Syndrom. Sie möchte nett sein, sagt aber


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