SPIELPLAN

Kultur | aus FALTER 22/02 vom 29.05.2002

Der französische Dramatiker Georges Feydeau (1862-1921), ein meisterhafter Kompositeur irrwitziger Verwechslungskomödien, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in einer Nervenheilanstalt. In seiner Hommage "Feydeau im Irrenhaus", die passenderweise im Jugendstiltheater am Steinhof gespielt wird, dreht Regisseur/Autor Robert Quitta den Spieß um: Mit ungläubig aufgerissenen Augen sitzt Feydeau (Bernhard Majcen) in seinem Salon und beobachtet, wie um ihn herum der Wahnsinn tobt. Der Verehrer seiner Frau stolpert über jedes Möbelstück, ein Straßenkehrer (Markus Kupferblum!) lädt sich zum Essen ein, das Stubenmädchen verfällt unvermittelt in einen Cancan-Tanz und wird von ihrem schießwütigen mexikanischen ("Caramba!") Gatten durchs Haus gejagt. Am Ende der wilden "Farce", einem Destillat aus verschiedenen Feydeau-Stücken, kapituliert der Autor vor den eigenen Figuren: "Ich bin wahnsinnig." Vor einigen Monaten hat Robert Quitta mit dem Aufhören gedroht, wenn er nicht mehr


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