Verbrechen aller Art

Kultur | DANIEL KEHLMANN | aus FALTER 22/02 vom 29.05.2002

LITERATUR. Der aus Österreich vertriebene Georg Kreisler ist einer der bedeutendsten lebenden Lyriker, Chansonniers und Satiriker des deutschen Sprachraums. Dieser Tage liest er in seiner Geburtsstadt Wien aus seinen soeben erschienenen Erinnerungen.  Man könnte Georg Kreisler einen der bedeutendsten Kabarettisten des zwanzigsten Jahrhunderts oder auch den besten lebenden deutschen Lyriker nennen, aber beides würde ihm nicht gerecht: Kreisler ist nicht wirklich Lyriker, und er ist - obgleich seit Wedekind, Ringelnatz und Walter Mehring kein Literat seines Ranges sich dem Kabarett genähert hat - nicht im eigentlichen Sinn Kabarettist. Richtiger wäre es wohl, ihn als Satiriker zu bezeichnen, doch seit sich sogar die Redakteure von Stefan Raab als solche bezeichnen, ist auch damit nicht viel gesagt: Kreisler gehört nicht zu ihnen, sondern in die Nachbarschaft eines Juvenal, Swift, Voltaire oder Karl Kraus.

  Ein Lyriker ist Kreisler vor allem am Klavier; seine Gedichte bedürfen der

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