Stadtrand: Nichtnichtraucher

Stadtleben | aus FALTER 22/02 vom 29.05.2002

Volle Züge, Reisevolk und viel Gepäck: An manchen Tagen zeigt sich, dass a) doch nicht so wenige Menschen umweltfreundlich unterwegs sind und Bahn fahren und b) dass dabei immer weniger Menschen im Raucherabteil sitzen wollen. Die Euro-City-Nichtraucherabteile sind - vor allem zu Hauptreisezeiten - oft überfüllt. Besetzt und ausreserviert bis auf den letzten Platz. Im Raucher-Waggon sind aber meist noch ein paar Sitze frei, auf denen es sich dann auch die Nichtraucherfraktion bequem macht. Macht ja nichts. Schließlich sorgen Nichtraucher im Raucherabteil für bessere Luft. Fast wie eine Filteranlage. Das Problem ist jedoch, dass Raucher offenbar zwar gerne rauchen, aber eher ungern im Qualm sitzen. Genau deshalb schauen sie von Zeit zu Zeit zum Rauchen vorbei. Nichtnichtraucher reisen also Nichtraucher, Nichtraucher sitzen im Raucherabteil und die Raucher? Die bleiben zu Hause und rauchen in der U-Bahn. Genauer in der U-Bahn-Station. Und wenn die U-Bahn kommt, nehmen sie nochmal einen tiefen Zug, halten solange die Luft an, bis sie in der U-Bahn sitzen und qualmen dann den Wagen voll. Macht doch nichts. Sind ja eh so viele Passivfilter drin. Übrigens: Deutsche Bahnhöfe werden derzeit zu Nichtraucherzonen. Dass Wien langsamer ist, zeigt halt ab und zu ein Blick auch über den Stadtrand hinaus. C. W.


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