Man nimmt uns alles


ARMIN THURNHER
Vorwort | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Klagegesang über das Leiden an der ersten nachhaltig privatisierten Fußball-Weltmeisterschaft.

Es geht uns nicht besonders gut in diesen Tagen. Ich sage "uns", denn ich vermute, dass die meisten, die diesen Text lesen, ihr Leben weniger nach den Perioden von Wahlen einteilen als nach Fußball-Weltmeisterschaften. Selbst wer damals noch gar nicht auf der Welt war, weiß möglicherweise, dass Brasilien erstmals 1958 Weltmeister wurde und dass Pelé dabei erst 17 Jahre alt war. Was bietet die Politik für Dramen, verglichen mit dem, das sich zwischen Pelé und Garrincha, dem Schwarzen und dem Indianer, abspielte? Der eine, anpasslerisch und konformistisch, stieg zum Minister und zum Fußballer des Jahrhunderts auf, der andere, genialer Außenseiter, verfiel dem Alkohol.

Damals gab es kaum Fernsehen, man war auf Zeitungsberichte angewiesen oder auf jene Sammelbände, die reich bebildert schnell nach jeder Weltmeisterschaft erschienen. Dort war dann beschrieben, wie

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