Kommentar: In Walsers Hand

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

Eigentlich müsste man die Einrichtung einer Art Martin-Walser-Abgabe erwägen: Für jeden Artikel, der über ihn erscheint, sollte man dem Schriftsteller eine bestimmte Summe (sagen wir: ein Cent pro Anschlag) überweisen. Solcherart als Nährvater des Feuilletons anerkannt und ins Brot gesetzt, könnte er vielleicht auch davon abgehalten werden, weitere Schlüsselromane zu verfassen. Wenn dadurch weitere Fantasien über das fiktive Ableben noch lebender Personen unterbunden würden, wäre das durchaus zu begrüßen. "Es ist, bitte, niemand umgebracht worden. Der Kritiker lebt", entgegnet Martin Walser im Spiegel nun dem Vorwurf, sein jüngster, von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher kritisierter und in der FAZ deshalb auch nicht vorabgedruckter Roman "Tod eines Kritikers" sei eine "Mordfantasie".

Man mag ja darüber streiten können, ob es ein antisemitisches Buch ist. Was die nun bereits erschienenen Besprechungen des Buches, das erst Ende August ausgeliefert werden sollte, und das nun


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