OHREN AUF! "Du bist Signal"

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

Bei streng analytischer Betrachtung lässt sich die materielle Grundlage von Musik auf eine bestimmte Menge stets neu zu ordnender Noten und Töne reduzieren. Tatsächlich erweist sich diese Herangehensweise im Falle von Popmusik aber gerade dann als höchst unergiebig, wenn der scheinbar banalste Input wieder einmal genau jene magischen Momente erzeugt, die Pop als Kaleidoskop der Illusionen nun einmal ausmachen.

Zu einem wahren Großmeister intelligenter Banalitäten hat sich in den letzten Jahren Justus Köhncke entwickelt. Mit seinem zweiten Soloalbum "Was ist Musik" (Kompakt/Ixthuluh) liefert das ehemalige Mitglied des Kölner Konzept-House-Trios Whirlpool Productions jetzt eine eigenwillige und assoziationsreiche Mixtur aus eingängigen Melodien, geradlinig-minimalistischen Dance-Beats, Disco-Versatzstücken, Synthie-Pop und einem charismatisch-ungelenken Sprechgesang, die zu den heimlichen Meisterwerken des laufenden Popjahres gezählt werden muss. Im unaufdringlich-hymnenhaften Titelstück


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