Was von Christie übrig blieb

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

FILM. Die Ereignisse eines Wochenendes als Höhepunkt des Festivals "The Lost Weekend": Mit "Gosford Park", einer als Mordfall getarnten Milieustudie, bestätigt Robert Altman seinen Ruf als Meister des Ensemble-Films. 

Der Kopf des ermordeten Hausherrn (Michael Gambon) ist nach vorn gekippt und liegt nun mit dem Gesicht nach unten auf der Schreibtischplatte. Dem Leib-Butler des Toten (Derek Jacobi), der zum Verhör in die Bibliothek gerufen wird, schwinden bei diesem Anblick fast die Sinne. Unwillkürlich zucken seine Hände vor und wieder zurück, bis er schließlich vom Detektiv wissen will: "Könnte ich es ihm nicht ein wenig bequemer machen, Sir? Bitte?"

  Die obligate Frage, ob denn nun der Butler der Mörder war, rückt in dieser Szene aus Robert Altmans neuem Film "Gosford Park" völlig in den Hintergrund. Denn zuerst einmal interessiert sich der Film dafür, wie ein Mensch fühlt, der jahrelang das eigene Befinden dem eines anderen untergeordnet hat - eines anderen, der jetzt


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