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WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

THEATER. Endlich in Wien: Thomas Bernhards vorletztes Stück "Elisabeth II." ist im Burgtheater gelandet. 

Geld macht nicht glücklich. Bestes Beispiel für diese Binsenweisheit sind die Helden der Romane und Theaterstücke von Thomas Bernhard. Sie sind reich, haben nichts zu tun und deshalb jede Menge Zeit für Depressionen. Das Einzige, was dagegen hilft, ist reden, reden, reden. Die Bernhard-Helden reden um ihr Leben; sie werden nicht müde, ihrem Weltekel in möglichst formvollendet komponierten Hasstiraden Ausdruck zu verleihen.

  Steinreich, steinalt, verkrüppelt und verbittert: Der Großindustrielle Herrenstein ist das idealtypische Exemplar einer Bernhard-Figur. Heute früh ist er besonders schlecht drauf - es kommt aber auch wirklich alles zusammen: Am Nachmittag muss er zum Begräbnis des Juweliers Heldwein auf den Döblinger Friedhof ("Nichts ist mir widerwärtiger"); in der Staatsoper spielen sie nicht "Così fan tutte", sondern den "Maskenball" ("schauerlich"); er hat sich

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