Der Trost von Fremden

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

THEATER. Vor zwei Jahren war Alize Zandwijk mit einer brutal guten Gorki-Inszenierung die Überraschung der Festwochen. Heuer kommt die niederländische Regisseurin wieder - mit dem irischen Familiendrama "Portia Coughlan". 

Wie wehrt man sich gegen lästige Zimmerwirte, die die Miete eintreiben wollen? Ganz einfach: Man tritt ihnen nackt gegenüber und spielt, während man mit ihnen redet, ungeniert mit seinem Glied. Die Situation ist dem Vermieter so peinlich, dass er bald unverrichteter Dinge wieder abzieht.

  Wiener Theaterbesucher kennen diesen Trick seit zwei Jahren: Damals war bei den Festwochen in den Sofiensälen eine Inszenierung von Maxim Gorkis Underdog-Drama "Nachtasyl" zu Gast, in der ein Schauspieler seinen Unterkörper in oben beschriebener Weise als Waffe einsetzte. Das nicht nur in dieser Szene unverkrampft-intensive Spiel der Darsteller und die unprätentiös-atmosphärischen Bilder, die Regisseurin Alize Zandwijk gefunden hatte, machten das Gastspiel des ro theaters

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