Festival WIEN IST ANDERSRUM: "Verlockungen" vom anderen Ufer

Stadtleben | aus FALTER 23/02 vom 05.06.2002

Manche Dinge erklären sich dann doch nicht von selbst: "Großmutter, wir danken dir", heißt es auf den Plakaten, die für das Festival Wien ist andersrum werben. Darauf zu sehen: eine so genannte Trümmertranse, die, spöttisch dreinblickend, vor rustikaler Eichenschrankwandkulisse Hakenkreuzfahnen bügelt. Der verstörende Slogan spielt auf die österreichischen Neonazis an, die vor ein paar Wochen am Heldenplatz mit Transparenten, auf denen "Großvater, wir danken dir" zu lesen war, der deutschen Wehrmachtssoldaten kollektiv gedachten. Die Veranstalter möchten damit einerseits auf die Opfersituation von Lesben und Schwulen im Nationalsozialismus verweisen, jedoch auch anmerken, dass Lesben und Schwule damals auch auf der Täterseite standen - und dabei nicht nur Hakenkreuzfahnen ausgebügelt haben. Aha.

  Zum siebten Mal findet heuer das "Festival der Verlockungen vom anderen Ufer" (so der Untertitel) statt. Provokante Werbung ist seit jeher fixer Bestandteil des Programms. Genauso


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