Vom Glück im Gefängnis

Interview. Ein Gespräch mit dem bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Sloweniens, Drago JanÇcar, über Europa, die Monarchie, das Leben in Jugoslawien, Glück und das Böse in der Welt.

Erich Klein | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Drago JanÇcar wurde 1948 in Maribor geboren. Er gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Sloweniens. 1974 wegen "feindlicher Propaganda" im kommunistischen Tito-Jugoslawien inhaftiert, in den Neunzigerjahren mit zahlreichen europäischen Literaturpreisen ausgezeichnet, wird JanÇcar heute als Kandidat für den Posten des nächsten slowenischen Präsidenten gehandelt. Ein Band mit Essays über den 11. September und Kafka, Europas Vergangenheit und Zukunft, Jugoslawien zu Titos Zeiten und während des Krieges der Neunzigerjahre ist kürzlich unter dem Titel "Brioni" erschienen.

Falter: Sie sind in Maribor aufgewachsen. Aus welchem Milieu stammen Sie?

Drago JanÇcar: Aus einer Arbeiterfamilie. Mein Vater war Schlosser in einer Fabrik, die Lastautos herstellte. Meine Mutter war zu Hause und machte unterschiedliche Gelegenheitsarbeiten. Ich wuchs in einem klassischen Arbeiterviertel auf, wo in der österreichischen Zeit die Sozialdemokratie besonders stark war. Die wurden dann


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