Sehnsucht in der Puszta

Kunstsymposion/Sommerakademie. Für kreative Menschen gibt es nahe Wien und doch in ganz anderer Atmosphäre Gelegenheit, Künstler aus vielen Ländern kennen zu lernen und selbst künstlerisch tätig zu werden. 

Jakob Mörth | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Ich danke dem österreichischen Staat", sagte Yuri Solomko bei einem Künstlergespräch in Schloss Topolcianky einige Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Der ukrainische Künstler hatte mit einem Stipendium zur Sommerakademie im Schloss kommen können. Damals war die zeitgenössische ukrainische Kunst in einer verzweifelten Lage. Das ist sie wohl noch immer, aber inzwischen hat Solomko an der Biennale in Venedig teilgenommen und hält regelmäßig Kontakt zu Künstlern im Westen. Mit einigen Kollegen führt er die ukrainische Kunstszene ans internationale Niveau heran.

Das Beispiel zeigt recht anschaulich, was Österreich für seine Nachbarn tun könnte. Aber leider scheint Österreich das noch immer nicht recht begriffen zu haben. Ian Buruma, ein international renommierter niederländisch-britischer Essayist wollte 1992 für das New York Times Magazine den Aufstieg Wiens zur Drehscheibe Mitteleuropas beschreiben. Was er bei seiner Recherche vorfand, war ein kleinmütiges Provinznest,


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