Rechtstrend in Europa

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

AUSLAND. In Frankreich siegt die Rechte. Hat damit der Rechtspopulismus einen Dämpfer erhalten? 

Auch wenn die Zusammensetzung der französischen Nationalversammlung erst im zweiten Wahlgang entschieden wird, hat Jacques Chirac mit seinem Konfrontationskurs gegen die extreme Rechte klar gepunktet. Seine konservative Präsidentschaftspartei wird höchstwahrscheinlich in einer Woche etwas schaffen, wovon die meisten Parteikollegen in der EU nur träumen können: eine Regierungsbildung ohne die für viele anstößige Allianz mit unberechenbaren Populisten. Der europaweite Trend nach rechts wird damit bestätigt. Aber Frankreich ist trotzdem anders: Die gemeinsame Kraftanstrengung aller Demokraten, die durch Le Pen im Präsidentschaftswahlkampf in die Schranken gewiesen wurde, wirkt nach.

  Dass Rechtspopulisten prädestiniert sind, auf der politischen Bühne des Alten Kontinents eine stets wachsende Rolle zu spielen, erscheint nicht mehr so ganz sicher. Wie Chirac, von der Linken mit zusammengebissenen


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