Die Keulen nieder!

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

KOMMENTAR. Der überhitzten "Walser-Debatte" tut eine rhetorische Abrüstung Not. 

Peter Turrini findet das Buch "wunderbar", Robert Schindel findet es schlecht. Robert Menasse ist "wütend", Konrad Paul Liessmann gelassen. Und News hat "alles, was man mit bösem Willen zu krypto-antisemitischen Andeutungen verbiegen könnte, aufzufinden versucht". Abschließendes Urteil der gesamten News-Redaktion: "Nach unserer Meinung reicht es nicht einmal zum Verdacht." Der ist freilich längst geäußert worden, und zwar von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, der Martin Walsers jüngsten Roman "Tod eines Kritikers" öffentlich als "Dokument des Hasses" bezeichnete, das sich aus dem "Repertoire antisemitischer Klischees" bediene. Damit war der Antisemitismus-Knüppel aus dem Sack.

  Martin Walser hat mittlerweile in Dutzenden von Interviews erklärt, nicht den Juden Reich-Ranicki, sondern den Kritiker gemeint zu haben. Das wollen wir ihm gerne glauben. Und der Roman selbst rechtfertigt es kaum,


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