Der schreckliche Platz

Politik | EVA BAUMGARDINGER | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

SICHER in WIen? Versifft, verkifft, verkommen. Am Südtiroler Platz will niemand gerne aussteigen. Porträt des ungemütlichsten Bahnhofs der Stadt. 

Herr Jerzy fackelt nicht lange rum. Der Trafikant im U-Bahn-Durchgang Südtiroler Platz legt gleich los, die Arme auf die Verkaufsbudel seiner Trafik gegenüber der Bäckerei Ströck gestemmt, den Blick starr geradeaus gerichtet: Seit acht Jahren werke er nun schon hier unten, zweimal wurde ihm die Fensterscheibe der Trafik eingeschlagen. "Drogendealer, Sandler und Giftler" vertrieben ihm die Kundschaft, vor allem die betagtere habe schon reagiert. "Ältere Menschen haben Angst und kommen nicht mehr", sagt Herr Jerzy, während seine Kollegin neben ihm im Takt Tschickpackerl gegen Geld tauscht. "Jugos, Türken und Neger verteilen die Ware", berichtet Jerzy in breitem polnischem Akzent. Irgendwann habe es ihm gereicht, da habe er sich "mit die Giftler geschlagen".

  Was ist los am Südtiroler Platz? Haben in dem Grätzel rund um den Südbahnhof


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige