PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

So kann das Hans Dichand nie und nimmer geplant haben: Der U-Express wird zur ernsthaften Konkurrenz für die Kronen Zeitung. "Schwan-Attacke: Sieben Knochenbrüche", lautete die Krone-Schlagzeile am Montag. Beim kleinen Schwesterblatt bekam der Leser schon auf der Seite eins mehr Information - und das auch noch kostenlos: "Schwan bricht Wiener Nase und Jochbein!" Obwohl für die Krone zwei Lokalredakteure im Einsatz waren, konnte der U-Express bei fast allen Details mithalten: Das Vieh war 17 Kilo schwer, das Opfer 57 Jahre alt, der Tatort zwanzig Meter vom Ufer entfernt. Nur in einem Punkt hatten die Krone-Reporter die Nase vorn, äh, dem U-Kollegen etwas voraus: Die Freundin des Schwimmers heißt Monika. Dafür berichtete der U-Express, in welches Krankenhaus der Arme eingeliefert wurde. Beide Zeitungen klärten nicht darüber auf, ob er nackt gebadet hatte. Trotzdem sieht man hier, was echter Boulevard leistet: Dem Kurier war der Killerschwan aus der Lobau nur ein Einspalter wert. Und das Drama wurde auch noch von der Panozzalacke in die Dechantlacke verlegt. Aber schön, dass Herbert Hufnagl wieder schreibt.


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