FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) ist ein feiner Typ. Der Hauptkommissar aus Leipzig - unauffällig, onkelhaft, schlau - ist der sympathischste "Tatort"-Kommissar, gefolgt von den lustigen Münchnern Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Miroslav Nemec (Ivo Batic). Nach dem letzten Wiener Tatort, angenehm anspruchslose Sonntagabend-Unterhaltung, muss ich allerdings zugeben, dass auch Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) nicht der mieseste Tatort-Polizist ist - wenn man Krassnitzer seine "Bergdoktor"-Zeiten vergessen kann und bei seinem Kaffeewerbespot - praktischerweise direkt vor dem "Tatort" - wegschaut. Eisner jagte Schiele-Gemälde-Diebe, dazwischen fürchtete sich ein Staatsanwalt typisch österreichisch ("Wir brauchen jetzt sicher keine jüdische Geschichte"), und ein Rechtsanwalt belehrte eine Amerikanerin: "Wenn man in Wien nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort herumbrüllt, passiert gar nichts." Sympathisch auch Eisners Kollegin und Exflamme Renata Lang (Gundula Rapsch). Selbst wenn die Dame auf der "Tatort"-Homepage jenseitig porträtiert wird. "Ihre spitze Zunge trifft für gewöhnlich ins Schwarze." Für sonntagabends reicht das allemal.


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