DOCUMENTA 1972: Die Mythen des Kurators

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Keine "statische Sammlung von Objekten" wollte Harald Szeemann 1972 auf der documenta 5 (d5) auffahren, sondern ein "100-Tage-Ereignis". Die These, dass nicht mehr Stilismen, sondern Haltungen die Kunstproduktion nach 68 auszeichneten, hatte der ehemalige Leiter der Kunsthalle Bern schon mit der Ausstellung "When Attitudes Become Form" untermauert. In Kassel plante er ein Laboratorium, das dem Betrachter statt vollendeter Kunstwerke vor Ort arbeitende Künstler präsentieren sollte. Trotz vieler Abstriche revolutionierte Szeemann mit der d5 die herkömmliche Auffassung einer Kunstausstellung und wurde mit seinem radikal subjektiven Zugang zum Ahnherrn des zeitgenössischen Kuratorenmodells. Anhand von Fotos, Korrespondenzen und Videomaterial des documenta-Archivs und begleitenden Gesprächen bietet die Ausstellung "Skandal und Mythos" nun im project space der Kunsthalle Einblick in die legendäre d5 - und in die hitzigen Debatten und Kämpfe, die sie begleiteten. Darüber hinaus können


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