Fragen Sie Frau Andrea: Etymologik

Stadtleben | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Liebe Frau Andrea,

ich wohne im 5., in der Hamburgerstraße gegenüber dem Rüdigerhof. Ein wirklich nettes Grätzel: Naschmarkt, Motto und U4 in der Nähe! Zu meiner äußersten Betrübnis kann das Grätzel keinerlei coolen Namen (wie Servitenviertel, Freihausviertel, Karmeliterviertel) vorweisen - und das ist jammerschade. Kennen Sie vielleicht den heimlichen Namen dieses so liebens- und lebenswerten Teils von Margareten?

Es grüßt und dankt

Rhea Hamburgerova, Wien 5

Liebe Rhea,

ich wohne selbst in dieser netten Gegend (in der Rüdigergasse) und teile die von Ihnen beschriebene Zuneigung zu diesem Teil des Fünften vorbehaltlos. Der heimliche Name des Quartiers ist natürlich "Rüdigerviertel". Wahrzeichen und Namensgeber ist der für Wiens liebenswertestes Café berühmte Rüdigerhof, der hier, einer tapferen Jolle gleich, durchs windige Wiental pflügt. Kein Zweifel, Rhea, wir wohnen beide - ganz unheimlich - im "Rüdigerviertel"!

Liebe Frau Andrea,

in den letzten Wochen und Monaten haben Sie immer wieder Ihre Fähigkeiten als Löserin kniffliger Sprachprobleme unter Beweis gestellt, und so wage ich es jetzt, mit einer Frage an Sie heranzutreten, die mir schon lange unter den Fingernägeln brennt: Woher stammt der Ausdruck "putzmunter"? Bedeutet es, dass jemand so wach ist, dass bereits die Wohnung geputzt werden könnte, oder beschreibt es eher die Phase des Tages, in der man schon so lange munter ist, dass man auch schon das Zähneputzen hinter sich hat? Mit verschlafenen Grüßen, David Wagner

Lieber David,

"putzmunter" leitet sich vom Ausdruck "Butz(e)" ab, es bedeutet so viel wie Kobold oder Schalk. "Butzig" oder "butzmunter" bedeutet nichts anderes als "quirlig", "aufgeweckt".

Schreiben Sie Frau Andrea: dusl@falter.at; und besuchen Sie:


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