GÜRTELLOKAL CHELSEA: Türpolitik aufgehoben

Stadtleben | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

Eine Reihe von Diebstählen und eine bestimmte Gruppe Verdächtiger: Das Musik- und Gürtellokal Chelsea hatte Anfang des Jahres ernste Probleme und versuchte diese mittels strenger Türpolitik zu lösen. Viele Gäste empfanden die Tatsache, dass unbekannte, arabisch aussehende Männer an bestimmten Wochentagen nicht ins Lokal gelassen wurden, als rassistisch. Zu Recht. Ein Falter-Bericht (Heft 5/02) zu den Vorgängen bei dem Gürtellokal entfachte dann eine bis jetzt anhaltende Debatte. "Wir haben immer versucht, unsere Gründe und unsere Vorgehensweise transparent zu machen", sagt Rainer Krispel vom Chelsea. Ein seltsamer Beigeschmack blieb trotzdem. Vergangene Woche wurden nun die Türkontrollen aufgehoben. Man habe jetzt das "auslösende Problem im Griff". Die Türpolitik sei nur als temporäre Maßnahme geplant gewesen, sagt auch Bülent Ötztoplu. Der Geschäftsführer des Integrationsvereins Echo wurde damals von den Chelsea-Machern um Rat gefragt, als diese mit der Situation an der Chelsea-Türe nicht mehr zurechtkamen. Er empfahl dem Chelsea sozial kompetente, türkischsprachige Securitys. Und Veranstaltungen, die den Lokalbetreibern helfen, sich politisch zu positionieren. "Es ging ja darum, die Diebstähle zu blockieren", sagt Ötztoplu. "Jetzt gehen wir ins Lokal zurück." Anstatt die Gäste zu "filtern", sollen nun verstärkt Securitys drinnen im Lokal aufpassen. Am 26. Juni ist eine Benefizveranstaltung für "Asyl in Not" geplant. Und bereits diesen Donnerstag, 13.6., 19.30 Uhr lädt das Chelsea zu einer Podiumsdiskussion unter anderem mit Chelsea-Chef Othmar Bajlicz, der grünen Menschenrechtssprecherin Maria Vassilakou und SP-Gemeinderat Heinz Vettermann ein. Thema: "Der Gürtel lebt! (Doch wer lebt, hat auch Probleme ...)".

C. W.


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