TIER DER WOCHE: Hundsgemein


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 24/02 vom 12.06.2002

"Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Geschäfte macht. Kein Hund tauscht einen Knochen mit einem anderen."

Adam Smith, Ökonom

Ob dieses Zitat wirklich stimmt, darüber könnte man streiten. Unbestritten ist jedoch, dass Menschen mit Hunden Geschäfte machen. Und wie weit diese Interessen auseinander liegen, das wird gerade an den beiden Ländern, in denen die Fußball-WM stattfindet, sichtbar. In Südkorea gelten Hunde als Delikatesse, die als Duftfleisch angeboten wird. Jährlich werden etwa zwei Millionen Hunde geschlachtet, vorzugsweise Bernhardiner. Neben dem großen Fleischertrag zeichnet sich diese Rasse auch durch ihre fast doppelt so hohe Geburtenrate aus: Eine Bernhardiner-Hündin kann zweimal pro Jahr bis zu zwölf Welpen zur Welt bringen. Während Europäer eher angeekelt diese fernöstliche Geschmacksvorliebe kommentieren, erscheinen wir aber Japanern gleichermaßen barbarisch, da wir gerne Hasen und Kaninchen essen. Denn in Japan werden Haustiere zunehmend wie Menschen

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