VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 25/02 vom 19.06.2002

... lud die "Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr" zur großen Wiener Radsternfahrt ein.

Was hat sich eigentlich in den letzten drei Jahren geändert? 1980 beschloss das Wiener Stadtparlament ein neues Verkehrskonzept. Wieder wurde die Chance verpasst, dem Fahrrad auch in Wien zum Durchbruch zu verhelfen.

  Laut Mikrozensus (1977) würden immerhin 16,1 Prozent aller Wiener bei Vorhandensein von gesicherten Radwegen ein Fahrrad benützen. Das Radfahren ist die energiesparendste Fortbewegungsart, die es überhaupt gibt. Radverkehr verursacht keine Luftverschmutzung, praktisch keinen Lärm und benötigt minimale Flächen beim Fahren und Parken. Beim Radfahren hat man unmittelbaren Kontakt mit der Umgebung, das Stadterlebnis (auch anderer Verkehrsteilnehmer) bleibt weitgehend ungetrübt.

  Das Fahrrad ist für Distanzen bis ein Kilometer konkurrenzlos schnell, bis drei Kilometer schneller als andere Verkehrsmittel, bis fünf Kilometer oft noch schneller als der öffentliche Verkehr.

  Radverkehr kennt keine soziale Schranke; Fahrräder sind heute für jedermann/-frau erschwinglich und könnten die Mobilität vor allem einkommensschwächerer Schichten erhöhen.

  Alle diese Vorzüge machen das Fahrrad zum idealen Stadtverkehrsmittel.

  Alle angeblichen Nachteile entpuppen sich als nicht stichhaltig. Die angeblich ungünstige Topographie Wiens wird wohl nur mehr von Nichtradlern angeführt; schließlich gibt es seit achtzig Jahren Gangschaltungen, die heute so ausgereift sind, dass wohl jede Straße im dichtverbauten Teil Wiens bequem befahrbar ist.


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